FreudGedacht

Ein persönlicher Blog über unser Denken, Fühlen und Handeln

02. Die drei Instanzen

Viele von uns haben sicher schon einmal vom sogenannten Strukturmodell gehört oder gelesen.

Von den drei Stimmen in uns – dem Ich, dem Es und dem Über-Ich.

Doch was ist das eigentlich?
Und wie beeinflusst es uns in unserem täglichen Leben?

Jeden Tag zerren innere Konflikte, Impulse und Bedürfnisse an uns.
Oft nehmen wir sie wahr.

Aber nehmen wir uns auch die Zeit, sie zu ergründen und zu verstehen?

Es liegt nahe, dass wir allein nicht in die Tiefen des Unbekannten, Unbewussten oder Verdrängten vordringen können. Es wird schließlich seine Gründe haben, weshalb uns manches verborgen bleibt – oder?

Sigmund Freud beschreibt diese inneren Dialoge als ein Zusammenspiel von „Ich“, „Es“ und „Über-Ich“.

Das Über-Ich ist unsere moralische Instanz mit klaren Wert- und Normvorstellungen.

Das Es folgt dem Lustprinzip – hier sind Bedürfnisse, Triebe, Libido und auch destruktive Impulse beheimatet.

Das Ich folgt dem Realitätsprinzip. Es vermittelt, wägt ab, kontrolliert, verzichtet – und reagiert.

Doch wann und durch wen wurden die Bedürfnisse des Es geprägt?

Woher kommt der Wertekompass des Über-Ichs?

Und wenn das Ich überfordert ist – wie viel halte ich eigentlich aus?

Auch wenn das Modell von Sigmund Freud recht abstrakt wirkt und es daneben auch noch andere Modelle gibt, halte ich es für sehr verständlich. Es geht dabei nicht darum, etwas konkret anzuwenden oder „richtig“ zu benutzen. Vielleicht eher darum, es als eine Art Konstruktionszeichnung zu begreifen.

Ein Zeichnung, die uns in herausfordernden Situationen des Alltags einen Moment innehalten lässt – und die Frage erlaubt:

„Wo kommt das denn jetzt eigentlich her?“

Ich möchte an dieser Stelle bereits einmal die Kindheit erwähnen.
Es scheint naheliegend, dass gerade die frühen Jahre unseres Lebens maßgeblich für die Entwicklung und Prägung unseres Wertekompasses, und vielleicht auch unserer Bedürfnisse, sind.

Und hier erlaubt sich mir eine vielleicht etwas philosophische Frage:

Warum ist dieser Wertekompass, den ich seit Jahren mit mir herumtrage, eigentlich meiner?

Wenn wir alle durch unsere Eltern und unsere Kindheit geprägt wurden – wurde mir dann nicht einfach ein Wertekompass mitgegeben, ohne dass ich je die Möglichkeit hatte, meinen eigenen zu entwickeln?

Und wenn das so ist – ab welchem Punkt beginne eigentlich ich selbst?

Nicht alles muss sofort verändert werden.
Manches will zuerst verstanden werden.